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Cloudacity [excerpt coming soon]
2020, Durata: 06’54“
Komposition für die Klangausstellung Klangbilder – über das Bild (hinaus) bei den Weinviertler Fotowochen 2020 im Schloss Wolkersdorf

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Dieses Stück entstand im Zuge des eigenen Workshops Klangbilder – über das Bild (hinaus) bei den 32. Weinviertler Fotowochen im Schloss Wolkersdorf im Zeitraum von 25.07. bis 01.08.2020 und war unter den Stücken aller Teilnehmer_innen bei der Klangausstellung im Salon und Gang des Schlosses von 08.08. bis 23.08.2020 zu hören.

Neben Field Recordings rund um das Schloss (Kies im Schlosshof, anliegender Tennisplatz und Schlossteich, Dunkelkammer einer Fotokünstlerin u. a.) sind ein Flötenton (Fis) und Gitarrenakkorde (ebenfalls auf Fis) zu hören. Der Titel leitet sich aus einer Vermengung der verwendeten Software Audacity und dem Namen der Stadt Wolkersdorf ab.

  • Gundi Soyka: Flöte
  • Stefan Raschbacher: Gitarre
  • Sabine Maier: Geräusche bei der Fotoausarbeitung in der Dunkelkammer
  • Christian Tschinkel: Field Recordings, Theremin (bereitgestellt von Wolfgang Müllner), Klavier (Flügel der Musikschule Wolkersdorf), Plasma Sound (Android App)

Komblossor Game
2020, Durata: 11’48“

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Komblossor Game ist das stilisierte Aufblühen der Natur und das Versprühen ihres Blütenstaubs in Form einer Vierkanal-Klanginstallation. Das Stück kann allerdings auch akusmatisch aufgeführt werden.

Seinen Ausgang findet das Stück in der Idee eines eigenen Audiotools namens „Komblossor“, das ein Monosignal mit einem Halleffekt in ansteigender Form anreichert, so dass am Ende das Direktsignal zu 100% durch seinen Hall ersetzt wird. Dieser Hall ist panoramaisiert, d. h. die einzelnen Kanäle weisen unterschiedliche Filtereinstellungen auf. Anstatt den Effekt allerdings ausklingen zu lassen, wird die (erwartete) Hallfahne mit Beenden des ursprünglichen Klanges an dieser Stelle abgeschnitten und durch das resultierende Material seiner eigenen Granularsynthese ersetzt. Das Granulat weist eine nicht allzu kleine Partikelgröße auf, so dass es noch entfernt an das Ausgangssignal erinnert. Die „DNA“ des jeweiligen Originals soll also in Ansätzen in den „Pollenkörpern“ wahrnehmbar, aber nicht zu offenkundig bleiben. Um den Grad der Verhallung zu verdeutlichen, wird jeder Phrase ein hölzern-perkussives Pattern beigesteuert. Die Wortkreation „Komblossor“ setzt sich aus Kompressor und Blossom zusammen, was zwar als audiotechnische Bearbeitung aber im weitesten Sinn auch als verdichtetes Erblühen oder blühendes Verdichten gedacht werden kann.

In der Situation der Rauminstallation kommen vier Lautsprecher zum Einsatz. Zu hören ist eine Abfolge der oben beschriebenen Einzelprozesse, die sich manchmal geringfügig überschneiden. Um kein chaotisches Feuerwerk entstehen zu lassen, wird ein gleichzeitiges Abspielen von mehreren Phrasen vermieden. Stattdessen soll die serielle Darbietung ein fokussiertes poetisches Abbild der fiktiven Sonifikation des Blühens vermitteln. Ein Monoklang beginnt aus einem der Lautsprecher zu ertönen. Aus dieser Richtung heraus vergrößert er sich ‒ einerseits dadurch, dass er einen virtuellen Raum durch seine Verhallung aufspannt und andererseits, indem er durch alle vier Lautsprecher zunehmend in den realen Raum vordringt. Am Höhepunkt seiner Lautstärke pulverisiert er sich und wird als Pollenflug zufallsgeneriert in alle vier (Wind-)Richtungen zerstreut bis er verklingt. Danach beginnt aus einem anderen einzelnen Lautsprecher eine weitere Klangphrase anzuwachsen mit der sich das Gleiche auf ähnliche Weise vollzieht.

Die Gestaltung eines Zyklus ist beliebig und spiegelt sich im Titel wider. „Game“ möge darauf hinweisen, dass mit dem Komblossor gespielt werden kann, was zu klanglich und zeitlich unterschiedlichen Ergebnissen führt. In der vorliegenden ersten Stereo-Fassung wiederholt sich der Komblossor-Prozess mit unterschiedlichen Klängen elf Mal. Am Ende der elften Phrase blendet sich auf kontrastreiche Weise eine Regenaufnahme mit Donnergrollen ein, welche die „verstaubte“ Klanglandschaft metaphorisch erfrischend bewässert und gleichermaßen spülend reinigt. Sie bildet den inhaltlichen Kontrapunkt innerhalb des Stücks, wird aber ansatzweise ebenfalls granuliert um den verschiedenen Elementen eine ähnliche Gestalt zu verleihen. Danach wiederholt sich der beinahe zwölfminütige Zyklus.

Composing Truth
2019, Durata: 24’17“
Auftragswerk des Creative Clusters Wien zur Vienna Art Week 2019 im Rahmen des Projekts „Stadtlabore“

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it is still a blueprint of my life
composing truth in a 3 dimensional world
within good acoustics, within acousmatics, within acousmonautics
to set for transreality

Der Auftrag vom Creative Cluster gibt für die Aufführung im Rahmen der Vienna Art Week 2019 unter dem Motto Making Truth den Titel für diese Komposition vor. Zudem entstehen unter dem Zeitzeugenprojekt der Stadtlabore Wien Interviewaufnahmen mit zwei „echten“ Floridsdorfern (m/w), die von ihrem Leben im 21. Wiener Gemeindebezirk sprechen. Ihre Erzählungen werden immer wieder dokumentarisch eingeblendet. Sie behandeln Alltägliches bis Tragisches und offenbaren Höhepunkte und Beobachtungen ihres Umfeldes. Gleichzeitig werden diese Wahrheiten in Frage gestellt oder in andere Kontexte gesetzt. Dies soll alternative Realitätsebenen hörbar machen und über die Zeit hinweg Vergangenes mit dem im Hier und Jetzt Erinnerten und einer zukünftigen, im Grunde sogar utopischen Welt verbinden. So ist innerhalb dieser „komponierten Wahrheit“ Floridsdorf im Jahr 2019 sogar Sitz des Weltparlaments, in der dekonstruierte Marschmusik in Wochenschauästhetik durch dieses rund 25-minütige Hörspiel zwischen Alltagsgeschichten, Radiophonie und akusmatischer Mockumentary braust und in Ansätzen manchmal an den großen Rock’n’Roll-Swindle und an eine Deepfakegesellschaft erinnert resp. gemahnt.
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Uraufführung im Akusmonautikum, Traktorfabrik Floridsdorf, 20.11.2019 (2x gespielt)
Zeitzeugenaufnahme: Michael Neumann, 30.09.2019
Blasmusik-Samples: Polizeimusik Leoben unter Mitwirkung von Christian Tschinkel (trp.), Aufnahme von 1997

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2013, Durata: 10’11“

MeanTime
2007, Durata: 00’48“
CD-Opening und Song-Intro zu Time des steirischen Metal-Projekts „MeaNBone“

walkON
Aufbruchsmarsch für Theremin und zugespielte Landschaft
2006, Durata: 08’16“

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Musik zur Ausstellungseröffnung Umbruch/Aufbruch am 08.09.2006, Museum Eisenerz

Theremin: Martin „Martinland“ Schemitsch

Seit 2009 ist walkON auf dem CD-Sampler „sonntags abstrakt 07–08“ des Vereins KIM zur Förderung von Popkultur und seit 2015 auf der Solo-CD „Thereminland“ von Martin Schemitsch zu hören.

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Das akustische Abbild des Marschierens bildet die rhythmische Grundlage des Stücks. Mitunter kann es anstrengend werden voranzuschreiten und die gesamte Weglänge zu bewältigen. Unterschiedlichste Begegnungen überraschen und motivieren weiterzugehen. An einem Brunnen kommt es zum erfrischenden Innehalten um neue Kräfte zu sammeln. Dann geht der Marsch weiter. Ein tänzelndes Solieren des Theremins suggeriert leichtfüßige Passagen, während bestimmte Wiederholungen die Sinne schärfen. Nicht den Mut verlieren! Ein Ziel ist in Sicht- und Hörweite. Gegen Ende steigern sich Puls und Euphorie und man kann guten Gewissens zurückblicken.

Das Theremin, als äußerst lyrisches Soloinstrument, stellt sich hier der Herausforderung, es mit einem raschen Schritttempo aufzunehmen. Die klare Ansage lautet: Unkonventionelle Wege müssen beschritten werden – selbst wenn sie ein schwebendes Marschieren verlangen. Es gibt keine Widersprüche … walkON!